Intelligente Kommunalpolitik

Gemeindeübergreifende Zusammenarbeit durch zukunftsweisende Entscheidungen kommunalpolitischer Gremien.

Es ist bemerkenswert, mit welcher Weitsicht bereits Anfang der 60er Jahre Kommunalpolitiker erkannt haben, dass effiziente Abwasserentsorgung vor allem dann erreicht werden kann, wenn man - über Gemeindegrenzen hinweg - gemeinsam zusammenarbeitet.

So wurde 1963 der Zweckverband zur Abwasserbeseitigung Ammersee-Ost gegründet mit seinen sieben Mitgliedsgemeinden Andechs, Herrsching, Inning, Pähl, Seefeld, Wielenbach und Wörthsee.

Rund 260 km öffentliche Abwasserkanäle wurden inzwischen gebaut. Aufgrund der topografischen Verhältnisse war es zudem erforderlich, insgesamt 57 Pumpwerke, davon 20 Großpumpwerke, zu errichten. Zusammen mit dem Zweckverband Ammersee-West wurde die gemeinsame Kläranlage Ammersee in Eching (für 15 Gemeinden und für 90.000 Einwohnergleichwerte) gebaut, erweitert und betrieben.

Die historische Entscheidung einer „gemeinsamen Abwasserentsorgung“ ist bis heute ein wesentlicher Garant für die exzellente Wassergüte der Seen: Ammersee, Pilsensee und Wörthsee.



Mut und Engagement bewiesen die Kommunalpolitiker der 7 Mitgliedsgemeinden auch in den letzten Jahren mit ihren wiederum zukunftsweisenden Entscheidungen. Der Abwasserzweckverband Ammersee-Ost wurde am 01.07.2006 in ein gemeinsames Kommunalunternehmen „AWA-Ammersee“ umgewandelt: Mit dem Ziel, die Vorzüge der Privatwirtschaft mit den Vorteilen einer kommunalen Einrichtung zusammenzuführen. Die AWA-Ammersee bleiben zu 100% eine kommunale Einrichtung, ausgestattet mit dem wirtschaftlichen Werkzeug einer „Kaufmännischen Buchführung“ und einer „Kosten- und Leistungsrechnung“. Die AWA-Ammersee sind zudem inzwischen TÜV-zertifiziert nach den weltweiten Standards Qualität 9001 und Umwelt 14001.

Kommunalpolitscher Wille war es auch, die Voraussetzungen zu schaffen, die kommunalen artverwandten Aufgaben „Trinkwasser, Regenwasser und Schmutzwasser“ als Projekt 3S zusammenzuführen. Damit können zum einen kostenintensive administrative Doppelstrukturen abgebaut werden. Zum anderen führt diese „Mehrspartenstrategie der Wasserver- und Abwasserentsorgung“ aber zu erheblichen technischen und wirtschaftlichen Vorteilen beim gemeinsamen Bau und Betrieb dieser Anlagen. Entscheidend ist: Das Wasserwerk bleibt weiterhin zu 100% in kommunaler Hand!

Welches Potential und welche Möglichkeiten mit der im Jahre 2007 getroffenen Entscheidung der Aufgabenerweiterung im Bereich „Erneuerbare Energien“ geschaffen wurden, kann nur erahnt werden. In Zeiten von Energieverknappung und der daraus resultierenden Energieverteuerung soll erreicht werden, Energieversorgung nicht nur der Privaten Hand zu überlassen. Wie stark sich die AWA-Ammersee schon seit Jahren mit Umweltthemen identifizieren, sieht man u.a. an dem Betriebsgebäude der AWA-Ammersee. Dieses wurde voll energetisch (Dach, Fassade, Fenster) saniert und mit 2 Photovoltaikanlagen sowie einer Regenwassernutzungsanlage ausgestattet.

Intelligente kommunalpolitische Entscheidungen prägen die AWA-Ammersee und beweisen: „Kommunalpolitik lebt, sie kann sehr viel bewirken und bewegen“.



Inzwischen wird verstärkt von kommunalen Spitzenverbänden auf die Möglichkeit von „Interkommunaler Zusammenarbeit“ hingewiesen, um anstehende und zukünftige Aufgaben auf kommunaler Ebene besser zu bewältigen. Die AWA-Ammersee sind seit 4 Jahrzehnten das lebende Beispiel einer gut funktionierenden „Interkommunalen Zusammenarbeit“ der Gemeinden Andechs, Herrsching, Inning, Pähl, Seefeld, Wielenbach und Wörthsee.

Der besondere Dank an dieser Stelle gilt jenen Kommunalpolitikern und Personen, die diese Entwicklung mit großem persönlichen Einsatz, Willen und Durchsetzungsvermögen unterstützt und vorangetrieben haben.

Hermann Doblinger